Christine Brückner
Wohl die bekannteste Persönlichkeit aus Schmillinghausen.
Frau Christine Brückner wurde am 10. Dezember 1921 als Tochter des damaligen
Pfarrers Carl Emde und seiner Frau Clotilde
in Schmillinghausen geboren. Sie besuchte das Gymnasium in Arolsen
und in Kassel. Nach einigen Berufs- und Ortswechseln
erhielt sie 1954 für den Roman „Ehe die Spuren verwehen“ den ersten
Preis in einem Romanwettbewerb des Bertelsmann
Verlages. Danach war sie hauptberuflich Schriftstellerin.
1965 zog Christine Brückner nach Kassel und heiratete dort im Jahr 1967 den
Schriftsteller, Maler, Lektor und Dramaturgen
Otto-Heinrich Kühner.
1972 hatten Brückner und Kühner während einer Lesereihe im Schwarzwald einen
schweren Autounfall, den beide nur knapp
überlebten. Christine Brückner war danach einige Monate im
Krankenhaus. In dieser Zeit schrieb sie – im Krankenbett liegend –
mehrere Kurzgeschichten, Balladen und Essays, die 1973 als
Anthologie unter dem Titel „Überlebensgeschichten“ erschienen.
1984 gründete sie zusammen mit ihrem Mann die Stiftung Brückner Kühner, die
seit 1985 unter anderem den mit 10.000 Euro
dotierten Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergibt und
heute als Zentrum für komische Literatur, avancierte Dichtkunst
und als Ort der Erinnerung an Christine Brückner und ihrem Mann
wirkt.
Von 1980 bis 1984 war Brückner Vizepräsidentin des deutschen P.E.N, der
Schriftstellervereinigung. 1982 wurde sie mit
der Goethe-Plakette des Landes Hessen ausgezeichnet, 1990 mit dem
Hessischen Verdienstorden, 1991 mit dem
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1996 mit dem Großen
Bundesverdienstkreuz.
Christine Brückner starb am 21.12.1996 nur wenige Wochen nach ihrem Mann.
Beide sind auf dem Friedhof in Schmillinghausen
in einem Ehrengrab der Stadt Kassel begraben.
Wer möchte,
kann im wörtlichen Sinne auf den Spuren der Schriftstellerin wandeln: Im
September 2002 wurde der
Christine-Brückner-Weg eingeweiht. Er führt Wanderer vom
Bad Arolser Schloss,
am Fischhaus und der Himmelswiese
vorbei, zum Schmillinghäuser Forsthaus und zum Pfarrhaus.
Zu den größten Erfolgen der Autorin zählt die Roman Trilogie „Jauche und
Levkojen“, „Nirgendwo ist Poenichen“ und „Die Quints“
sowie das Buch „Wenn Du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene
Reden ungehaltener Frauen“

Der Brücknergarten in Schmillinghausen
(Foto Oliver Lippe)
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