JOHANNES EMDE
Johannes Emde wurde im Dezember 1774 in Schmillinghausen geboren.
Er war eins von 16 Kindern des Sägemüllers
Johann Emde. Armut und Enge prägten seine Jugend, aber auch der
Unterricht, in dem die Bibel und Luthers Katechismus
Lese- und Lernbücher waren. Am 18. Dezember 1774 wurde er getauft.
Seine Erfahrungen in der christlichen Erziehung
prägten ihn entscheidend. Auf der Suche nach Arbeit gelangte er auf
Umwegen nach Amsterdam. Dort traf er Matrosen,
die ihm von dem paradiesischen Klima in Java berichteten. Das es
dort aber keinen Winter geben sollte, konnte er sich
nicht vorstellen. Schließlich hieß es in der Bibel „das nicht
aufhören soll Frost und Hitze, Sommer und Winter“. Sein
Widerspruch und ein ahnsehnlicher Lohn ließen ihn schließlich auf
einem Schiff anheuern, das 1801 mit dem Ziel
Indonesien in See stach. Dort wurde Emde zunächst auf ein
holländisches Kriegsschiff versetzt. Er erkrankte. Noch
während seines Aufenthaltes im Spital lief sein Schiff wieder aus.
Wieder suchte er Arbeit. In der Hafenstadt Surabaya
traf er einen deutschen Landsmann, der eine Uhrmacher-Werkstatt
betrieb. Der Schmillinghäuser erlernte das Uhrmacher-
Handwerk. Im Jahre 1814 begegnete Emde einen holländischen
Missionar, dessen Verkündigung ihn fesselte. Als er 1815
weiterreiste, legte er Emde die gläubigen Europäer ans Herz. Einen
Prediger gab es dort nicht. Mit Unterstützung seiner
Frau Amarantia Manuel verbreitete Emde den Glauben auch unter den
Einheimischen. Ein Konflikt mit der Obrigkeit war
die Folge: Holländische Gesetze untersagten Missionsarbeit unter
Einheimischen. Ein holländischer Pfarrer hatte ihn
angezeigt. Er kam ins Gefängnis. Dort bekehrte er seine
Leidensgenossen.
Schließlich ließ man ihn in Ruhe seiner Missionsarbeit nachgehen.1840 erfuhr
er von einem Moschee-Vorsteher, der
das Markus-Evangelium studierte. Emde lud ihn ein und bildete
schnell ein vertrautes Verhältnis. Erste Kontakte zu den
Dorfbewohnern ergaben sich. Bis zu 100 Menschen kamen zu ihm. Er
gab ihnen Taufunterricht nach Luthers Katechismus,
den er in Schmillinghausen gelernt hatte. Am 18. Dezember 1843
wurden erstmals 35 Einheimische unter seiner Mitwirkung
getauft. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde der evangelischen
Kirche in Ost-Java. Johannes Emde wird noch heute als
Begründer dort verehrt.
Emde starb am 20. August 1859 im Alter von 84 Jahren. Über 1000 Javaner
gaben ihm das letzte Geleit.
Noch heute wird eine enge Patenschaft zwischen der Kirche von Ostjava und
der Kurhessischen Landeskirche gehalten.
Delegationen beider Kirchen besuchen sich regelmäßig. Hier steht
natürlich ein Besuch des Gottesdienstes in Schmilling-
hausen und der alten Mühle fest auf dem Programm.
Heute zählt die evangelische Kirche in Ostjava rund 150.000 Mitglieder in
118 Gemeinden. 133 Pfarrerinnen und Pfarrer
betreuen die Gemeindeglieder.
Quellennachweis: Wikipedia, Oliver Lippe

Besuch aus Ostjava, Juni 2008

Die Sägemühle in Schmillinghausen